23.08.2016 19:00






Nach einem bislang eher erfolglosen Klettertag - siehe letzter Beitrag zur Dynamitwand - einer guten Stärkung und noch unerfüllter Kletterlust lockte der Rückweg mit einer Vielzahl an Felsen um Glashütte. Nur für welchen sollte man sich hier denn entscheiden? Ein wenig im Führer geblättert, hier und da geschaut. Mein Vorsteiger fand die schönen glatten Wände der Uferwand recht verlockend, also fiel die Wahl auf selbige. Schöne glatte Wände. Klar... Siebner und Sechser. Und wo ist mein Weg zum Aufwärmen? Oh wart mal... du meinst doch nicht...? Also doch. Ne sechs zum Einstieg. Na das kann ja heiter werden. Birkenvariante (VIIb, 6), Fluch der Karibik (VIIIb, 7 - allerdings nur bis zum Ring) und der Fußtot schlechthin im Bahnsteig 8 (VIIIb, 7). Zumindest bot die Lage direkt am Wasser die Möglichkeit, die qualmenden Zehenspitzen direkt zu kühlen. Wer Leisten und glatte Wände mag, kommt hier gut auf seine Kosten. Es gibt Stellen, die verlangen ein wenig nachdenken, wenn die Panik vor Ort das noch zulässt. Schöne Örtlichkeit - so direkt am Wasser. Das Herankommen ist ein wenig ein Balanceakt, aber gerade im Sommer kann man das hier nur empfehlen. Menschen waren weit und breit nicht zu entdecken. Einzig zum Bewachen ihrer Parkplätze saßen einige vor den vorgelagerten Häusern. Sofern man die gemeingültigen Abstellplätze für Klettermobile nutzt, sollte das aber alles friedlich sein.




Felsinfo:
Ort: Glashütte
Koordinaten: N 50°50'55" E 13°47'0"
Gestein: Gneis
Lage: am Flussufer, südlich ausgerichtet
Höhe: 20 Meter
Absicherung: ausreichend Haken vorhanden
Zustieg: je nach Parkplatz 5 bis 10 Minuten

22.08.2016 21:21


Dynamitwand. Freiberg - Muldenhütten. Acht Minuten zu Fuß, sagte mein Kletterführer. Wenn man denn erst einmal die richtige Gleisseite erwischt, um zu parken. Der erste Versuch zeigte zwar schöne Landschaft, aber einen völlig falschen Startpunkt. Also Karte auf den Kopf stellen... ah! Und noch einmal von vorn. Schattenplätze waren selten, aber hatte der Wetterbericht nicht kühl und wechselhaft gemeldet? Nach einem morgenlichen Guss fühlte sich das eher nach Sauna an, doch wenn man einmal hier ist... so weit kann das ja nicht sein. Die Beschreibung war dürftig, der gepriesene Waldweg zugewuchert. Den Abzweig, den wir nach den empfohlenen vierzig Metern nahmen, der falsche. Was es reichlich gab, waren rote Waldameisen. Hier hatte man nicht den Eindruck, dass sie vom Aussterben bedroht seien. Im Gegenteil, wohin das Auge blickte, kleine rote Tierchen zu hunderten auf dem Waldweg, im Gebüsch, in meinen Schuhen, auf meinen Beinen, auf dem Weg in meine Hosen. Moment mal, fressen die nicht tote Tiere und Insekten? Warum hab ich das Gefühl, sie wollen mich wegtragen? Ganze Knäul verbissen sich in meinen Schuhen und auch schnelleres Laufen brachte nicht wirklich Abhilfe. Schön, wenn man den mitten auf dem Weg befindlichen Ameisenhaufen passiert hat und dann feststellt, dass man irgendwie falsch ist und zurück müsste. Nein. Vielen Dank. Dann doch lieber der direkte Weg den Hang hinunter durch Farn- und Brombeerhecken. Wer nun gedacht hat, am Wandfuß könnte man sich gemütlich auf einen Felsen setzen, die Tierchen aus den Latschen schütteln und Wasser auf die Bisse tropfen, der hat wohl nicht mit Onkel, Tante und jeder Menge Cousinen der kleinen Plagegeister gerechnet, die sich da schon sonnten und nur darauf warteten, dass sich ein armer Kletterer hierher verirrte. Mal in Ruhe die Wand ansehen und schauen, was so geht? Wenn ich zehn Zentimeter über dem Boden schweben könnte - gerne. Aber so kommen Wand und ich heute nicht zusammen. Ein paar Blicke geworfen - ist bestimmt interessant. Vielleicht im Winter, wenn die Ameisen schlafen und es ein paar Grad kälter ist.



Felsinfo:
Ort: Freiberg, Hilbersdorf, Muldenhütten
Koordinaten: N 50°53'53" E 13°23'29"
Gestein: Gneis
Lage: am Hang, südlich ausgerichtet
Höhe: 15 Meter
Absicherung: ausreichend Haken, ggf ein paar Keile mitbringen
Zustieg: wenn man gleich den rechten Weg findet, ca 10 Minuten