Auf die Bäume, ihr Affen...
26.05.2016 21:04
... der Wald wird gefegt! Naja, fast. Kinder gepackt, Kletterzeug geschnürt, Helfer getroffen und ab mit dem ganzen Gerödel in den Wald. Vier Bäume sollten da sein, auf die man irgendwie hoch klettern könne um Dosen zu bergen. Auf geht's. Beim ersten stand eine Herde Kühe drunter und sah nicht so aus, als wöllte sie uns freiwillig nach oben lassen. Also musste der nächste her. Die Sonne brannt, das Wetter war warm, mein GPS erzählte was von anderem Bobritzschufer. Also rein in die Fluten. Und da waren sie wieder, unsere tierischen Freunde. Gleich als ganze Herde.
Nur warteten sie auf uns am falschen Ufer. Den Baum fanden wir aber trotzdem nicht, irgendwie standen alle größeren ihrer Gattung am anderen Ufer. Und uns jetzt da drüben freiwillig der Herde zum Fraß vorwerfen? Nein, also nächster Wipfel. Hmm, der stand auch auf der falschen Seite. Nagut, dann flussabwärts bis zur nächsten Brücke. Dort bargen wir erst einmal ein gut gemachtes Objekt in Bodennähe. Immerhin, der Erfolg des Tages ist gesichert. Über die Schafbrücke balanciert und etwas ab vom Schuss nun doch noch eine brauchbare Eiche gefunden. Die Kinder entdeckten das Döslein in vielleicht sieben acht Metern Höhe. Den ersten Ast gab es auf rund vier Metern. Nadann, nix einfacher als das, Seileinwurfeinrichtung aktivieren und hoch damit. Ein Wurf, zwei und beim dritten verhedderte sich die Pilotschnur hoffnungslos. Drumgewickelt. Toll. Abschneiden? Ne! Kletterseil werfen. Ganz schön mühsam. Und am Ende auch nur über dem untersten morschen Ästlein. Hilft ja nix. So schwer bin ich nicht, wenn es knackt, muss jemand mich auffangen. Und das erste Mal am Seil nach oben prusiken. Da lernt man Vertrauen.
Und es war mühsam. Fünfzehn Meter so nach oben schleichen? Da ist man ja tot. Immerhin wurden nur die Untenstehenden von den Mücken gefressen. Am Ast angekommen musste umgehängt werden, das morsche Ding soll nicht länger geplagt werden. Andere durften sich auch mal plagen. Sichern, umhängen, aufsteigen. Irgendwann kurz vor Sonnenuntergang hielten wir die Dose in der Hand. Wegen langsam aufkommender Müdigkeit gepaart mit Hunger und Unlust wurde das letzte Bäumchen als zu morsch deklariert und zum Auto zurück marschiert.

Nette Erfahrung, jetzt weiß ich, was geht und was nicht. Wird auf alle Fälle wiederholt.
Guten-Morgen-Picknick
22.05.2016 19:59
Aufstehen am Sonntag früh zu völlig unchristlichen Zeiten. Irgendwer hatte gestern abend diese lausige Idee und so schälten wir uns bei Morgengrauen aus den Betten, um ohne Frühstück hinaus ins Erzgebirge zu ziehen. Und zwar auf den
Moorlehrpfad Stengelhaide. Brrr... war das noch frisch hier oben. Das nennen die hier wohl "milden Winter" - naja, einmal da und hungrig zogen wir los, den Aussichtsturm zu suchen.

Bepackt wie die Lastesel und mit furchtbar motivierten Kindern, die jede Hinweistafel selber lesen wollten, folgten wir dem Knüppfelpfad. Der Kuckuck schrie.. 71...72...73 Uhr. Definitiv Kaffeezeit. Vorbei an der Köhlerei erreichten wir schließlich unser Ziel. Und da war es, das Wollgras! Aber erst einmal hochgeklettert auf die Plattform, Decken ausgebreitet und die Sinne gestärkt. Die Sonne hatte auch langsam ein Einsehen und kroch wärmend höher am Himmel empor. Vollgefressen lagen wir wie alte Katzen noch eine Weile in den warmen Strahlen und genossen das Gezwitscher. Die Kinder pflückten ein kleines Sträußchen Wollgras und fotografierten alles, was nicht bei drei im Erdloch verschwunden war.

Als wir dann Stunden später weiterzogen, kamen zwei Jogger durch das Moor gehastet. Ob die genießen können, wenn sie es so eilig haben?
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