Klettern im Nationalpark Les Calanques - Teil I
18.04.2016 21:44
Dahin, wo man Klettern mit Meer und gutem Essen und einem leckeren Wein verbinden kann und die Natur beeindruckende Landschaften geschaffen hat, in den Nationalpark "Les Calanques" hat es mich Anfang April verschlagen. Ein wenig frustrierend war am Anfang, dass in der Heimat es zwar nicht wirklich viel wärmer, aber immerhin scheinbar windstill, trocken und vor allem sonnig war. An der Côte d'Azur hielt sich hartnäckig so ein fieser Saharastaub, der nicht nur alles ockergeld puderte, sondern auch keinen Sonnenstrahl durch ließ.

Immerhin, die Griffe hielten, der Schuh schmolz nicht beim Felskontakt und ständig gegen die Sonne gucken musste ich beim Sichern unten auch nicht. Nein, ich red mir das nicht schön, das hatte schon alles seinen Sinn so.
Auf der Suche nach trockenen und windgeschützten Eckchen sah ich einen Kletterer hängen und die Entdeckung war diese meinem (Kletter-)Führer unbekannte Wand. So uns eine französische neue Bekanntschaft erzählte, war dieses Fleckchen erst neu erschlossen, aber was genau wir hier geklettert sind... davon habe ich bis heute keine Ahnung. Kleines Zeug. Faszinierend gut zu halten.

Schön auch dieses "Unkraut" - bei uns züchtet man wochenlang dran, auf dass es dann heimlich eingehe, wenn man sich nicht genügend zuwendet. Ganze Geröllfelder mit Rosmarin! Der daheim wird den ganzen Sommer liebevoll umsorgt und im Winter friert er ab. Holt man ihn dagegen rein, vertrocknet er totsicher. Nach der ganzen tagelangen Kriecherei durch Thymian- und Rosmaringestrüpp duftete meine Hose wie der Gewürzschrank.

An Wochenenden ist der Zugang zum Nationalpark nur eingeschränkt möglich, dann muss man weite Fußmärsche einplanen. Das gilt von April bis Juni, ab dann gibt es das Fitnessprogramm die ganze Woche. So musste die kleine Bucht mit dem Fischerdorf Morgiou noch eine Tag länger warten als geplant, doch alle unvollendeten Routen vom letzten Jahr (rot markiert) waren noch da, der Blick über die Bucht beeindruckend. Haben uns auf der anderen Seite des Wassers noch etwas angeschaut, aber das war wohl noch ne Nummer zu groß.

Zur Abwechslung vom Kalkstein noch ein Abstecher zur "La Calanque de Figuerolles" - hatte das auf Fotos gesehen, diese bizarren Berge. Noch beeindruckender, wenn man direkt davor steht. Konglomerat aus vielen runden Flusskieseln mit irgendwas drum. Eisenhaltig wohl, denn so leicht rötlich. Als hätte ein Rentner wochenlang diese in Beton gegossen. An nicht so stabilen Stellen hatten sich Höhlen bebildet, dort habe ich das Zeug quasi von innen befühlt. Fest!

Endlich ein windstiller Tag. Auch schon so diffus sonnig - immer noch zu viel Staub in der Luft.

Durch diese hohle Gasse... Auf der Suche nach Aussicht und einem Cache zweimal um das Massiv gelaufen und dabei die kleine Höhle entdeckt. Nun quetsche man sich mal mit dem ganzen Klettergerödel da durch! Belohnung gibt es in Form von Weitblick.
Morgen geht's weiter mit Fotos...Chalkbag nähen
18.04.2016 20:28
Mal wieder was probiert zu nähen - einen Chalkbag für's Klettern. Grob habe ich dazu diese
Anleitung verwendet, aber manches war da auch seltsam oder weniger gut erklärt. Also hab ich noch frei nach Schiller ein paar Sachen dazuerfunden oder abgeändert und heraus gekommen ist dieses kleine Säckchen. Wer das gern auch einmal probieren möchte, aber noch etwas Hilfe benötigt, der darf gern fragen. Ist auf alle Fälle schön individuell und hat sonst keiner. In Sachsen wird man damit zwar wohl nur in der Halle gesehen werden, aber der Kalk ruft... hör' es ganz genau.