Mobile Ansicht
05.08.2018 19:22


Einst kam eine seltsame neue Cacheart aus Schweden herüber. Biltema heißt diese Gattung und kommt vom Namen einer Baumarktkette, in der man gut und günstig an das Zubehör zum Ernten dieser Dosen kommen kann. Nun kommen Neuerungen hier im ländlichen Raum eher langsam an und so wurde im näheren Umfeld lange kein solches Objekte erspäht. Doch jüngst führte mich ein morgendlicher Spaziergang im Tharandter Wald an einem dieser Art vorbei. In meinem jungendlichen Leichtsinn hatte ich ja die Idee, dass ein ausreichend langer Ast auch dienlich sein könnte. Aber Holz in dieser Länge ist verdammt schwer. Und muss man es dann noch schräg über einen See halten, braucht man Muskeln wie Obelix oder einen Zaubertrank. Also erstmal nur geguckt und unverichteter Dinge wieder abgezogen. Ne Idee musste her.

Da die schwedischen Baumärkte etwas weit entfernt und Teleskopstangen im allgemeinen auch zu teuer sind, stieß ich im Internet auf sogenannte Stippruten. Die verwenden eigentlich die Angler. Naja, im Grunde genommen bin ich ja auch einer. Meine Fische schweben nur und Tierquälerei isses auch keine. Diese Ruten lassen sich auf bis zu acht Metern ausziehen, haben eine kleine Öse am Ende und wiegen kaum etwas. Eingeklappt sind sie nicht mal nen Meter lang. Perfekt eigentlich. Bestellt und wenig später kam ein langes dünnes Paket. Das ganz endige Ende war mir dann zum Anbringen eines Hakens etwas zu dünn, aber etwas weiter unterhalb sollte gehen. Vom Umzug waren noch Wandhaken und Klebeband übrig. Sieht zwar bissel provisorisch aus, aber nichts hält länger als... na du weißt schon. Und die mittigere Anbringung sollte sich im Praxistest noch als hilfreich erweisen.

Eines Abends dann zogen wir aus, um Fische zu angeln. Oder was uns sonst noch an den Haken gehen sollte. Am Parkplatz wunderten sich ein paar Omas, was wir denn im Wald fischen wöllten. "Sie wissen schon, die Kinder und neues Spielzeug... muss überall hin mit..." Vor Ort zeigte sich, dass die Länge optimal war und man mit dem leicht vorstehenden Teil über dem Haken doch noch besser zielen kann. So leicht, wie gedacht, war es dann nämlich doch nicht. Und da keiner in den sumpfigen Tümpel fallen wollte, war Teamwork gefragt. Zwei halten die Stange und einer nimmt ab... Hat geklappt. Und wir freuen uns auf mehr. Oder den ersten eigenen Cache dieser Art.





Material:
  • Stipprute 7 bis 8 Meter lang - 15 Euro inkl Versand
  • Packband
  • Wandhaken, möglichst rund


10.05.2018 19:46


Sonne ist ja was feines. Wenn sie nicht gerade unerbittlich auf Dachfenster brennt und dabei die Luft im Raum drunter nahezu zum Kochen bringt. Bei meinen nun drei neuen wunderbar süd bis südwestlich ausgerichteten Luken musste da definitiv eine gute Lösung her. Also Internet gequält und mal geschaut, was es gutes gibt. Am besten ohne Schrauben, denn Vermieter mögen keine Löcher in ihren Dingen. Und ja, es gab richtig viele Lösungen, nur entweder zu teuer - wie die passende Rundumsorglosvariante mit Moskitonetz vom Fensterhersteller - oder die wird-vermutlich-eh-nix-bringen Option mit Saugnäpfen. Die haben eh die Tendenz zum Abfallen. Und bis zum Rand gehen die auch nicht. Aber moment, was genau müsste denn her? Dämmung, Reflektion und nicht unbedingt schwarz. Da hab ich doch was übrig. Als mittlerweile stolze Garagenbesitzerin brauche ich ja diese winterliche Frontscheibenabdeckung nicht mehr. Ob man da was draus machen kann? Die Länge und die Breite konnten locker mithalten - selbst bei den großen Fenstern in der Stube. Nun müsste man das nur noch fest bekommen. Idealerweise je nach Wetterlage abnehmbar. Klemmbare Gardinenstangen war da die Idee. Nagut, dann ran an den Prototypen. Bissel abendliche Bastelei, ein wenig Nähen, Schneiden und Messen und nicht lange später der Test - sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Nadann... und falls du vor dem gleichen Problem stehst und die Idee nachbauen möchtest, hier eine grobe Anleitung:

Man nehme eine Frontscheibenabdeckung. Meine beiden anderen waren aus dem Baumarkt. Logoaufdruck inklusive. Geht aber mit Nagellackentferner prima ab - das ist eh ne Allzweckwaffe gegen jedes farbliche Übel.


Nun trenne man vorsichtig die umlaufenden Falzbänder ab. Geht eigentlich recht fix. Aufheben, die braucht man später noch einmal. Ebenfalls die von den "Ohren" ;-)


Nun die Fenster ausmessen und am besten mittig aufzeichnen. Die runden Ecken müssen kompensiert werden!


Ausschneiden... und das Falzband wieder drumherum nähen. Geht ratz fatz mit der Nähmaschine.


Nun brauchst du die Bandreste von den "Ohren" der Abdeckung. Gardinenstange am Ende auflegen und kleine Schlaufen aus den Resten nähen jeweils am Rand nähen.


Damit das Ganze nicht schlapp durchhängt, habe ich auch mittig noch zwei Schlaufen angebracht. Damit kann das Ganze nun am Fenster fesgeklemmt werden. Und schon ist es fertig!


Hier nochmal die Variante in grün. Aufrollen ist ebenfalls möglich, die Stange klemmt ja an jeder Stelle bestens. Je nach Wind und Wetterlage kann man es als Verdunklung oder Sonnenschutz gebrauchen. Keine brütende Hitze mehr nach der Arbeit im trauten Heim. Nur bei Sturm und offenem Fenster empfehle ich etwas Vorsicht. Durch die ganze Rüttelei und den starken Wind gab es einen Absturz der unteren Stange in die Regenrinne. Aber alle gerettet! Und nun viel Spaß beim Ausprobieren.



Was braucht man:
  • Frontscheibenabdeckung. Baumarkt ca 3 Euro.
  • Gardinenstange - 2 Stück. Internet circa 5 Euro je Stück inkl Versand


06.01.2018 08:38


Weihnachten vorbei, Jahreswechsel geschafft und endlich bleibt wieder etwas Zeit, über die kleinen vorweihnachtlichen Geschenkebastelprojekte zu berichten. Sollte auch vorher nicht jeder sehen, denn dann ist die Überraschung ja im Eimer. Vielleicht hat aber der-die eine oder andere von euch Lust, das über's Jahr mal selbst auszuprobieren. Nach und nach wird es somit hier die eine oder andere Idee zum Nachbasteln geben.

Spaziergang zu zweit geplant und Wetter viel zu eisig, um Händchen zu halten? Da ich selbst vor dem gleichen Problem stand, wurde die Idee geboren, doch einfach einen Handschuh mit zwei Öffnungen zu nähen. Ein Schnittmuster kannst du eigentlich selbst erstellen: Zeichne zwei Hände auf Papier mit reichlich Platz drumherum - so halt, wie ihr eure Hände halten würdet. Wer sagt, das ist mir zu kompliziert, der kann das Muster auch gern bei mir erfragen und ich schicke es dir zum Ausdrucken.



Du brauchst zwei verschiedene Stoffe für den Handschuh an sich: etwas gröberes wie Leinen oder Baumwolle für außen und für die kuschelige Fütterung am besten Fleece. Daraus solltest du je zwei spiegelverkehrte Teile ausschneiden und natürlich die Nahtzugabe nicht vergessen.





Verzierungen sollten noch vor dem Zusammennähen angebracht werden. Einfach das gewünschte Motiv aus Stoffresten ausschneiden und mit einem Zickzackstich mit kurzer Stichlänge festnähen.



Nun die beiden Außenteile und die beiden Innenteile je auf links zusammennähen. Dann etwas Bündchenstoff für die - ja genau - die Bündchen aussuchen und nach den unten gezeigten Maßen doppelt zuschneiden. An der kurzen Seite zusammennähen, so dass eine Röhre entsteht und umklappen, so dass es doppelte liegt. Das Handschuhaußenteil auf rechts wenden, das Futter auf links belassen und ineinanderstecken.



Das Bündchen wieder auf links einnähen und fertig ist der Handschuh. Nadann... auf geht's zu einem romantischen Winterspaziergang!



Aber ich glaube, für mich muss noch ein zweiter her. Denn so ein Handschuh ist auch für Kinderhände prima geeignet und da will ja keine der beiden zu kurz kommen. ;-)

... mich


(Kräuter)gärtnernde programmierbegeisterte Mama von zwei für mich süßen sich selber als groß bezeichnenden Mädels, die gern wandert, klettert und Ski fährt. Fotografierender und sich mit Jonglieren die Zeit vertreibender Drahteselritter. Von Mathematik faszinierter gern bei einem guten Tee und noch besserem Gespräch sitzender Bücherwurm, der viele Kilometer auf der Suche nach interessanten alten Gemäuern hinter sich bringt und auch gern mal in die schwarz-weißen Tasten haut. Im Winter mit Nadel und Faden, Tusche und Stift kreative Ergüsse vollbringend. Und mehr. Stöber doch einfach ein wenig.